Leseprobe »Der Stammhalter«

»Nils! Endlich!« Kami stürmte durch den Flur und warf sich in die Arme ihres Freundes, der gerade noch rechtzeitig seine schwere Reisetasche von der Schulter wuchten konnte, um sie aufzufangen. Sie vergrub ihr Gesicht in seiner Halsbeuge und inhalierte mit geschlossenen Augen seinen vertrauten Duft. Warm, männlich und so verdammt sexy. »Du darfst mich nie wieder so lange allein lassen, hörst du? Drei Wochen, fünf Tage und ...«, sie zählte ihre Finger ab, »siebeneinhalb Stunden! Das überlebe ich nicht nochmal.«

»Ja, ich weiß, das war hart für dich.« Nils nahm ihr Gesicht in beide Hände und küsste sie. »Du hast mir auch gefehlt, Baby. Und deshalb ist jetzt Schluss mit den vielen Auslandsreisen! Eine Agentur hat mir vor ein paar Tagen ein interessantes Jobangebot gemacht. Das Vorstellungsgespräch ist morgen früh. Wenn alles glattgeht, werde ich in Zukunft im Home-Office arbeiten und nur noch in Ausnahmefällen verreisen.«

»Oh mein Gott!« Kami machte sich von ihm los und starrte ihn mit aufgerissenen Augen an, bevor sie sich lachend die Hände vor den Mund schlug. »Das sind ja wundervolle Neuigkeiten! Meine Gebete wurden also doch noch erhört!«

»Sieht ganz danach aus!« Auf Nils‘ Gesicht erschien dieses unbekümmerte, jungenhafte Grinsen, das sie so an ihm liebte.

»Du scheinst sogar einen besonders guten Draht nach oben zu haben, denn mit dem Gehalt, das sie mir in Aussicht gestellt haben, hätte ich nicht im Traum gerechnet.« Sein Grinsen erlosch. »Sag mal, ist alles in Ordnung mit dir? Du siehst abgekämpft aus.« Während er sie eingehend musterte, legte sich seine gebräunte Stirn in Falten. »Und du hast abgenommen, stimmts?«

»Keine Ahnung, schon möglich.« Kami zuckte mit den Achseln und hoffte, dass ihre Stimme nichts von ihrer Anspannung verriet. »In der Arbeit ist es gerade ziemlich stressig und außerdem kann ich ohne dich nicht schlafen, wie du weißt.« 
Sie war so ein elender Feigling! Benahm sich wieder einmal wie ein Kind, das sich die Augen zuhielt und glaubte, dass damit alle anderen Personen auch blind waren.

»Ah! So ist das!« Nils hob betont theatralisch die Augenbrauen und zog sie an sich. »Gegen dieses Leiden kenne ich ein hervorragendes Zaubermittel.«

»Tatsächlich?«
»Ja, tatsächlich! Allerdings muss es so schnell wie möglich verabreicht werden, um seine heilsame Wirkung entfalten zu können.« Er hob sie auf seine hantelgestählten Arme und trug sie die Treppe hinauf ins Schlafzimmer.

»Nils, ich muss dir noch was sagen.«

»Später!«, murmelte er, legte sie sanft auf dem Bett ab und küsste sie. Ausgiebig, leidenschaftlich, fordernd. 
Kami spürte, wie seine Erregung wuchs, während sich seine warme Hand unter ihr zeltartiges, knielanges Kuschelshirt schob, zwischen ihre Schenkel glitt und dann weiter in Richtung ihres Bauches wanderte. Sie schloss die Augen und wartete auf seine Reaktion.

»Was hast du denn da?« Nils richtete sich abrupt auf. Er schob ihr T-Shirt nach oben und berührte vorsichtig die riesige Mullkompresse, die ihren Bauchnabel bedeckte. »Bist du verletzt? Hattest du einen Unfall? Herrgott, Babe, warum weiß ich nichts davon?«

»Ich bin nicht verletzt!« Kami öffnete die Augen und sah ihn an. »Mach dir keine Sorgen, Schatz. Ich wollte dich nicht unnötig beunruhigen.« Das stimmte nur zum Teil. In Wahrheit hatte sie befürchtet, von ihm zu einem medizinischen Eingriff gedrängt zu werden, sobald sie ihm das hier gezeigt hätte.

»Sagst du mir dann wenigstens jetzt, was los ist?« Nils sah sie eindringlich an. »Darf ich das mal sehen?«
Kami nickte widerwillig und löste die Pflasterstreifen, mit denen sie die Mullkompresse fixiert hatte.

»Ach du Scheiße!« Nils starrte mit offenem Mund auf ihren Bauchnabel. »Was ist das?«

Lust auf mehr? 
Dann schicke mir über meine Kontaktseite eine eMail mit dem Stichwort »Der Stammhalter« und ich lasse Dir die komplette Geschichte zukommen - kostenlos versteht sich.

Kontakt